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Im Test: Stereovollverstärker Lyngdorf TDAI-2170

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    • Im Test: Stereovollverstärker Lyngdorf TDAI-2170

      Preis: 2 799 – 3 999 Euro (abhängig von Modulkonfiguration) • Maße: 45 × 10 × 36 cm • Gewicht: 8 kg • Leistung: 170 W an 4 Ohm • Stromverbrauch: min. 24 W, 0,34–1,2 W im Standby • HDR10: ja (24 Hz) • Dolby Vision: ja (24 Hz) • Displayanzeige • Audioverzögerung: max. 500 ms • Einmessautomatik • beiliegendes Mikrofon und Stativ




      Der Begriff „digital“ war in audiophilen Zirkeln viele Jahre nicht weit davon entfernt, als Schimpfwort zu gelten. Aber Zeiten ändern sich glücklicherweise und mit ihnen auch die Menschen.

      HDMI: 4 × (3 × Eingang, 1 × Ausgang) • CEC: ja • ARC: ja • Analog Cinch: 2 × • Digital optisch: 4 × • Digital koaxial: 2 × • USB: 2 × (Typ-B für Audio, Typ-A für SW-Update) • Kopfhörer: nein • Netzwerk: ja • XLR: 1 × • Pre-out: ja

      Peter Lyngdorf gehört zu denen, die nicht nur mit der Zeit gehen, sondern die Zeichen der Zeit auch gerne früher als manch andere erkennen. Das hat ihm nicht nur den Status des umtriebigen Firmengründers im Hi-Fi- und Heimkino-Sektor eingebracht, sondern auch dazu geführt, dass sein Name mit diversen technologischen Durchbrüchen in der digitalen Audiotechnik verbunden ist: Da wären das erste digitale Raumkorrektursystem und der erste digitale Verstärker zu nennen. So wundert es auch nicht, dass Lyngdorf den TDAI-2170 Stereovollverstärker stolz als volldigitales Produkt ausweist.
      Der Lyngdorf TDAI-2170 ist vollgepackt mit Features wie der patentierten RoomPerfect Raumkorrektur, den auf der Equibit-Technologie aufbauenden Class-D-Endstufen und der cleveren Option, die innere Technik durch separat erhältliche Module aufzupeppen. Dank letzterer ist der Verstärker besonders flexibel und potenziell für zukünftige Entwicklungen in Sachen Schnittstellen gewappnet. Solche modularen Konzepte findet man bisher erstaunlich selten. Im Hi-Fi-Bereich fällt uns hier noch NAD ein, für die Peter Lyngdorf in den 1990ern tätig war.
      Die komplett schwarze Ästhetik des Lyngdorf TDAI-2170 weiß ohne Frage zu gefallen, und versprüht die klare Note des skandinavischen Industriedesigns. Wie zu erwarten, ist dank der Class-D-Endstufen der Verstärker nicht zu wuchtig und schwer, dennoch ist das Gehäuse solider verarbeitet als bei vielen AV-Receivern. Die Front könnte aufgeräumter kaum gestaltet sein: Neben zwei Drehreglern für die Lautstärkeeinstellung und Quellenwahl ist einzig das Display auffällig. Letzteres hätte für unseren Geschmack ruhig etwas größer ausfallen können, denn die Setup-Informationen werden derart winzig angezeigt, dass es aus mehreren Metern unmöglich erscheint, dem Setup-Prozess zu folgen. Ein On-Screen-Menü wird leider nicht über den HDMI-TV-Anschluss ausgegeben. Auf der Rückseite geht es um einiges spendabler zu. Hier finden sich neben den obligatorischen Buchsen zum Anschluss der Lautsprecher noch ein digitaler, koaxialer Ausgang sowie ein analoger Stereo-Cinch-Ausgang. Eingangseitig ist der TDAI-2170 standardmäßig mit zwei Stereo-Cinch-Eingängen, zwei koaxialen Inputs sowie ganzen vier optischen Eingängen und einem XLR-Eingang für das mitgelieferte Messmikrofon der Raumkorrektur ausgestattet. Ohne die optionalen Zusatzmodule ist der digitale Däne also auch schon gut mit Schnittstellen bestückt. Unser Testexemplar ist komplett ausgestattet, weshalb der Preis in diesem Fall gegenüber der Basisvariante deutlich ansteigt (ab 2 800 Euro bis 4 000 Euro je nach Modulkonfiguration).

      Die Fernbedienung fällt qualitativ leider nicht so hochwertig wie der Verstärker selbst aus. Dafür erhalten Sie schnellen Zugang zu den wichtigsten Funktionen

      Module mit Mehrwert
      Das High-End-Analog-Modul erweitert den Lyngdorf um drei analoge Line-Eingänge sowie einen Phono-Eingang der für MM-Tonabnehmersysteme ausgelegt ist. Das USB-Modul bietet einen einzelnen USB-Port im B-Format und ermöglicht so das Zuspielen von Musik direkt vom Computer oder anderen Streaming-Geräten. Dabei werden PCM-Dateien bis zu 384 Kilohertz (kHz) Samplingrate und Auflösungen bis zu 32Bit verarbeitet. Auch die Formate DXD, sowie DSD64 und DSD128 werden unterstützt. Unter Mac und Linux sind keine extra Treiber nötig, um das Modul zu nutzen. Windows-User finden die nötigen Treiber als Download auf der Website von Lyngdorf Audio. Und last but not least freut uns natürlich besonders, dass hier ebenfalls ein HDMI-Modul zur Verfügung steht. Dieses bietet CEC-Support, gleich drei HDMI-Anschlüsse für Quellen und einen ARC-fähigen HDMI-Ausgang zur Verbindung zum Fernseher. Durch das Modul ist der Vollverstärker in der Lage, Signale in 4K-HDR-Qualität durchzuschleifen und im Test klappte auch das Zusammenspiel mit Dolby-Vision-Signalen. Allerdings können wir Gamern die Empfehlung aussprechen, sämtliche PC- und Videospielgeräte direkt am Fernseher anzuschließen und einzig die ARC-Funktion zu nutzen, denn sobald wir von 24-Hz-Filmquellen auf 60-Hz-Videospielsignale wechselten, war keine 4K-HDR-Signalweiterleitung mehr möglich, der Verstärker gestatte in diesem Fall nur eine 4K-8-Bit-Weiterleitung. Neue Features wie ALLM und VRR werden ebenfalls nicht unterstützt. Bei UHD-Playern und Filmen mit 24 Hz sollte es jedoch wie beschrieben keine Probleme geben. Letzte wichtige Information zum HDMI-Modul ist noch, dass es keine Möglichkeit gibt, Signale im Standby-Modus durchzuschleifen.
      Eine weitere Besonderheit des TDAI-2170 liegt in seiner Endstufenkonstruktion. Die beiden Class-D-Endstufen des Lyngdorf liefern satte 170 Watt an einer Abschlussimpedanz von 4 Ohm. Lyngdorf spricht bei seinen Verstärkern von „True Digital Systems“. Durch den direkten Antrieb der Lautsprecher mit dem digitalen Signal und den Verzicht auf Digital-/Analog-Wandler im Signalweg soll eine extrem hohe Signaltreue gewährleistet werden. Dahinter versteckt sich die schon erwähnte Equibit-Technologie, die ein PCM- direkt in ein PWM-Signal übersetzt. Strenggenommen könnte man sich nun darüber streiten, ob man dabei von einem direkten Antrieb der Lautsprecher durch ein digitales Signal sprechen kann, denn PWM-Signale sind zeitlich nicht diskret und damit nach der eigentlichen Definition nicht digital. Und spätestens bei der nachfolgenden Tiefpass-Filterung entsteht schlicht eine analoge Wechselspannung, sodass letztlich hier ein Prozess stattfindet, der an die Arbeitsweise eines Delta-Sigma-D/A-Wandlers erinnert. Aber solche Fragen der Begriffsdefinition sprengen hier den Rahmen und sind eher ein Fall für eine eigene Technikkolumne.

      Das Display des Lyngdorf TDAI-2170 hätte noch größer ausfallen können, denn einige Setup-Einstellungen sind aus wenigen Metern Entfernung kaum noch lesbar, und eine On-Screen-Anzeige fehlt

      Der perfekte Raum
      Kommen wir nun zu einem der spannendsten Aspekte des Lyndorf TDAI-2170: der RoomPerfect-Raumkorrektur. Diese von Peter Lyngdorf selbst entwickelte intelligente Raumkorrektur baut auf jahrzehntelanger Klangerfahrung auf und soll auch in Räumen ohne optimierte Akustik beeindruckende Ergebnisse erzielen. Was RoomPerfect schon mal direkt von anderen uns bekannten Raumkorrekturen unterscheidet, sind nicht nur die eigenwilligen, kakophonischen Testtöne, sondern auch dass grundsätzlich zwei unterschiedliche Profile erstellt werden. „Focus“ ist darauf ausgelegt, den Klang an einer bestimmten Hörposition zu optimieren, während „Global“ einen möglichst konstant guten Klang im gesamten Raum gewährleisten soll. Der Einmessvorgang ist kinderleicht, braucht allerdings etwas länger als manch anderes Konkurrenzprodukt. Das liegt schlichtweg daran, dass man hier nicht nur an der Haupthörposition misst, sondern auch an möglichst vielen zufällig gewählten Stellen im Raum. Dabei muss man den mit RoomKnowledge betitelten Fortschrittsbalken auf mindestens 90 Prozent heraufsetzten (Empfehlung ist 95 Prozent). Die Ergebnisse können klanglich definitiv überzeugen und wirken homogener und weniger artifiziell als bei vielen anderen Raumkorrekturen. In unserem akustisch optimierten Hörraum sind die Effekte natürlich weniger dramatisch als in einem unbehandelten Raum. Dennoch sind deutlich positive Effekte zu verzeichnen. Die Wiedergabe gewinnt bei beiden Profilen an Klarheit, Transparenz und Antritt. Und dieser Effekt bleibt im Global-Profil auch über weite Teile des Hörraums konstant. Wer nun aber denkt, dass es sich mit der Raumkorrektur die Möglichkeiten zur Einflussnahme auf den Klang erschöpft haben, liegt falsch. Der TDAI-2170 bietet zusätzlich noch 13 verschiedene Klangeinstellungen, die etwas missverständlich unter Voicing zu finden sind (Music 1, Music 2, Relaxed, Open, Open Air, Soft, Action 1, Action 2, Movie, Action Movie, News, Bass 1 und Bass 2). Interessant ist, dass sämtliche Voicings mit subtraktiven EQ-Einstellungen zu arbeiten scheinen. So ist zum Beispiel das Open-Voicing ein sanfter Shelving-Filter im Bassbereich, der die Wiedergabe somit offener und präsenter wirken lässt. Ein Trick, dem sich auch viele professionelle Tontechniker bei der Musikmischung bedienen, um artifiziell klingende Anhebungen zu vermeiden.

      Neben dem hier zu sehenden Messmikrofon wird der TDAI-2170 mit einem XLR-Kabel und einem Mikrofonständer ausgeliefert. So steht der Einmessung und RoomPerfect-­Korrektur nichts im Wege

      Flexibler Analytiker
      In der neutralen Einstellung kann man den Klang des Lyngdorf TDAI-2170 als äußerst direkt und präzise bezeichnen. Mit analytischer Feinzeichnung legte unser Testproband auch feinste Details offen und auch die Räumlichkeit konnte uns begeistern. Man hat hier fast schon das Gefühl, als könnte man in den Raum, in dem die Musik spielt, hineinschauen. Raumklang und Tiefenstaffelung sind dabei genauso überzeugend, wie die messerscharfen Konturen der einzelnen Klangelemente im Stereopanorama. Der Frequenzgang ist ausgewogen und wird ohne jedwede Spur von Einbrüchen oder Anhebungen über das gesamte Spektrum abgebildet. Dabei arbeitet der TDAI-2170 stets sauber und folgt der Dynamik des Klangmaterials mit schon fast erschreckender Genauigkeit. Einzig, wenn man den Lyngdorf im neutralen Voicing in hohe Pegelbereiche fährt, wirkt die Wiedergabe recht schnell unangenehm. Wem die Wiedergabe generell zu direkt ist, der kann mit Music 1 und 2 die oberen Mitten etwas zurücknehmen und so auch länger ermüdungsfrei hören, ohne dabei auf eine detailreiche Wiedergabe verzichten zu müssen.
      Bei Filmen und Serien ist uns neben dem crispen Klang der Soundeffekte vor allem die Sprachverständlichkeit positiv aufgefallen. Diese lässt sich mit dem Movie-Voicing nochmals steigern: Das obere Frequenzspektrum erscheint aufgeräumter, harsche Effektsounds werden gebändigt und die Sprache tritt klarer hervor. Und wer etwas mehr Gewicht bei actionlastigen Inhalten sucht, findet durch die entsprechend betitelte Klangeinstellung ebenfalls eine treffsichere Einstellung. Da der Vollverstärker auf die Verarbeitung von PCM-Signalen ausgelegt ist, sollten Sie die Wandlung von Mehrkanalaudiospuren dem Quellgerät überlassen. Kommen wir zum Abschluss noch zu einem musikalischen Hörbeispiel. Beim Track „All I Need“ vom Hitalbum Moon Safari der französischen Band Air konnte uns der Lyngdorf TDAI-2170 besonders begeistern. Der Bass klingt warm und voll. Die Hallräume werden präzise und plastisch gezeichnet. Beth Hirschs Stimme klingt nah und intim. Gleiches gilt für die Akustikgitarre. Schnell fühlt man sich in eine wohlig warme musikalische Decke eingewickelt. Der Lyngdorf TDAI-2170 transportiert den Song exakt so, wie er gehört werden sollte.
      Quelle: DF


      Mia san Mia und Mia san Tripel